Verfasst von: Lisa | 4. Juli 2009

Der Blog ist umgezogen!

So, ihr Lieben, mal wieder eine kleine Änderung. Endlich heißt der Blog so, wie wir ihn die ganze Zeit eigentlich haben wollten: JWD, Janz Weit Draußen! ;)

Der neue Link ist wie folgt und ist bitte in allen Lesezeichen/Bookmarks zu updaten: http://janzweitdraussen.com/

Vielen Dank!

PS: Und ganz wichtig: das „www“ bei der Adresse unbedingt weglassen, da Martin (O-Ton) noch zu doof ist seinen Server richtig einzustellen ;)
PPS (von Martin): Doofheit ist abgestellt. Das www. vor der Adresse funktioniert nun auch, ist aber weiterhin nicht notwendig.

Verfasst von: Lisa | 4. Juli 2009

Happy 4th of July!

Independence Day

Eigentlich könnte man jetzt nochmal Pig Pens schön „geflötete“ Version des Star Spangled Banners abspielen, andererseits bekäme mann dann sicherlich wieder aus manchen Richtungen zu hören man sei ein Fremdpatriot. Ist ja auch irgendwie wahr.

Trotzdem ist der Independence Day, der Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten von Amerika, ein Ereignis welches häufig komplett falsch eingeschätzt wird. Einige Leute die mir so in meinem Leben begeneten ließen sich meist sehr negativ über den vierten Juli in den USA aus wenn das Thema zur Sprache kam. Bisweilen hab ich den Eindruck als fühlten sie sich ein kleines Bisschen bedroht von all dem Patriotismus.

Dass Deutschland sich nur zum Fußball traut eine Fahne herauszuholen und sich igendwie patriotisch zu geben ist allseits bekannt. Ich finde es nachwievor bescheuert. Mittlerweile lebt die dritte, wahlberechtigte Generation nach dem Nationalsozialismus in Deutschland, und man ist noch immer von Angst erfüllt wenn man die deutsche Flagge auch nur anschaut. Und das liegt daran weil man sich immer wieder von außen einreden lässt dass Deutschland das Schlimmste aller Kriegsverbrechen begangen habe. Jeder scheint mit jedem Schritt noch immer Angst zu haben als Nazi geoutet zu werden, dabei sollte sich Deutschland doch trotz aller Neo-Nazis bewusst darüber sein dass die Geschichte in jedem Kopf angekommen ist. Wir werden ja oft genug daran erinnert. Außerdem hat jede Nation ein solches dunkles Kapitel, doch darüber scheinen sich viele Deutsche nicht im Klaren zu sein. Sie glauben sich immer auf einsamen Posten mit ihrer Vergangenheit. Anstelle allerdings ein gesundes Selbstbewusstsein und einen positiven, von Rassismus freien Patriotismus für dieses Land zu entwickeln ziehen die Deutschen den Schwanz ein. Sie trauen sich nicht stolz ob ihrer Herkunft zu sein, außer es ist ein Ball, 11 Leute im Trikot, eine Fankurve und viel Alkohol im Spiel. Traurig.

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Verfasst von: Martin | 25. Juni 2009

WOC Teil 4: New York City, New York

Der große Wohnort-Check

New York City Flag

New York City Flag

Es gibt ein paar Städte, die fallen von vorneherein aus der Liste der potentiellen Wohnorte heraus. New York City ist ohne jeden Zweifel eine davon.

Dennoch darf man NYC nicht völlig ignorieren, alleine schon ihrer Bedeutung und schieren Größe wegen. Über 18 Millionen Einwohner zählt die Metropolitan Area, also der Einzugsbereich der Stadt. 8,3 Millionen davon leben im Stadtkern auf etwa 1.200 Quadratkilometern. Das ist eine Menge. Und im Gegensatz zu San Francisco, das mit seiner Einwohnerdichte nur knapp hinter New York City in den USA auf Platz Zwei ist, merkt man das in New York gewaltig. Die Straßen sind voll. Sehr voll. Mit Fußgängern, mit Autos, mit Lärm, mit Dreck und den allgegenwärtigen Tauben (genannt „flying rats“, also fliegende Ratten).

New York City ist nicht die USA und die USA ist nicht New York City – ganz ähnlich, wie es auch auf San Francisco zutrifft. NYC ist ein ganz eigener Kosmos in den Vereinigten Staaten. Wo San Francisco ganz unamerikanisch seiner Menschen wegen ist, die sich dort eher europäisch geben, ist New York voll mit Menschen, die sich für zu amerikanisch halten. Größer, weiter, schneller – eine Superlative jagt die Nächste. Und wenn der neue Wolkenkratzer, den man für seinen Konzern errichtet, bereits nach wenigen Wochen von einem neu errichteten Wolkenkratzer in der Nachbarschaft überragt wird, ist man beleidigt, reißt ihn ein und baut einen neuen, noch höheren. Das ist zwar aufregend, aber mir persönlich fehlt da ein wenig die Ruhe und Gelassenheit, die man im Rest der USA findet. Gut, zumindest ausserhalb der Ballungsräume und in der Bay Area.

Das Klima von New York ist ebenfalls ein Grund, warum es von der Liste fällt. Die Winter sind lang, windig und bitterkalt, mit Temperaturen nur selten über dem Nullpunkt.

Ein weiterer Minuspunkt sind die unglaublichen Mietpreise für Wohnungen. Das Leben spielt sich in New York hauptsächlich in Manhattan hab, man würde also eine Wohnung in Manhattan haben wollen, oder zumindest in einer Gegend, die mit der U-Bahn noch innerhalb einer halben Stunde Fahrtzeit erreichbar ist, wie z.B. Queens. Aber da selbst in Queens die Wohnungen noch erheblich teurer sind als in San Francisco, von Manhattan selbst mal ganz zu schweigen, müsste man sich schon arg weit ausserhalb niederlassen.

New York City hat aber ganz klar auch seine schönen Seiten. Der Battery Park ist super, wenn man mal dem Stadtlärm entgehen will. Er liegt an der Südspitze von Manhattan und ist umgeben von Wasser, man hat also immer einen großartigen Blick in die Ferne. Das ist ein wichtiger Punkt, wenn man bedenkt, dass man in Manhattan sonst nie weiter sehen kann als ein, zwei Blocks, oder mal maximal über den Hudson hinüber auf die andere Ufer-Seite. Ausserdem gibt es im Battery Park auch Rasen, den man betreten darf – ganz im Gegensatz zum Central Park. Ich habe nicht den kompletten Teil des Central Parks gesehen, aber im südlichen Teil sind sämtliche Rasenflächen eingezäunt, man kann sich maximal auf eine der wenigen verteilten Bänke am Wegesrand setzen. Das fand ich schon sehr enttäuschend.

Die Häuserschluchten sind absolut faszinierend, deren Lichterspiel der Glasfassaden man unten in den Straßen beobachten kann. Das kulturelle Angebot in New York ist so unbegreiflich allumfassend, dass es mehr zu sehen gibt als ein einzelner Mensch in einem Leben schafen könnte. Es gibt an fast jeder Ecke ein Diner, bei denen ein Burger leckerer ist als der andere und man in der Früh noch gebratenen Speck an Eiern „sunny side up“ bekommt, ohne ein schlechtes Gewissen bekommen zu müssen, weil einen eine abgemagerte californische Bedienung des vielen Fettes im Essen wegen vorwurfsvoll, und fast neidisch, anblickt. Allen voran steht da meiner Meinung nach Smith’s Bar and Restaurant an der West 44th and 8th, nur ein Block vom Times Square. Wenn man dort ist (und sowas mag), sollte man definitiv den Jack Daniel Burger probieren, ein 8 oz.-Burger, mariniert in Jack Daniel’s, mit roten Zwiebeln und Cheddar Cheese. Lecker, sag ich nur.
Wenn man dann abends, nach einem solchen Burger zum Frührstück, noch etwas hunger übrig hat, geht man nur einen Block weiter nach Norden. Dort ist das Steakhouse Frankie and Johnnie’s. Ich behaupte hiermit, dass man dort das beste Steak bekommt, das man weltweit haben kann, und ich fordere jeden auf, mich zu widerlegen, der die Chance bekommt, da mal einzukehren. Probiert es aus. Ernsthaft. Ihr werdet danach kein Steak mehr so essen wie zuvor. Einfach unglaublich. Jedes einzelne Steak, ob Sirloin, Rib Eye, T-Bone oder Porterhouse, exakt so in der winzigen Küche über offenem Feuer gegrillt, wie es der Gast wünscht, und mit Side Dishes, das einem das Wasser im Munde nur so zusammen läuft… Ich komme ins Schwärmen und bekomme Hunger.
Die Preise in Frankie und Johnnie’s sind heftig und man sollte vorher einen Tisch bestellen, aber es lohnt sich wirklich.

Dieser vermutlich kürzeste aller WOC-Artikel soll im Grunde eines sagen: New York City ist keine Stadt, in der man leben will. Zumindest ich nicht. Aber es ist eine Stadt, die man gerne und oft besuchen mag, ein ganz klares Urlaubsziel, nicht nur für uns Auswanderer.

Verfasst von: Lisa | 27. Mai 2009

WOC Teil 3: Portland, Oregon

Der große Wohnort-Check

Portland City Flag

Portland City Flag

Im 19. Jahrhundert unter dem Namen „The Clearing“ gegründet hätte – wäre die Münze anders gefallen – Portland vielleicht gar nicht Portland sondern Boston geheißen. William Overton erkannte Portlands Potential, hatte aber 1843 nicht das Geld um sich das Land leisten zu können. Für 25 Cent teilte er die 640 Morgen Land mit Asa Lovejoy (welch ein Name… er hatte bestimmt Britische Vorfahren) aus Boston, Massachusetts. Dieser wiederum verkaufte später seinen Anteil an Francis W. Pettygrove der aus Portland in Maine stammte. Man war sich uneinig darüber, welchen Namen die neue Stadt nun tragen sollte, da jeder der beiden, Pettygrove und Lovejoy, gerne den Namen ihrer Heimatstadt gewählt gesehen hätten.
So entschied eine Münze. Pettygrove gewann indem zwei von drei Mal die Münze mit der Seite nach oben zeigte, die für Portland stand. Diese Münze, auch bekannt als Portland Penny, ist noch heute in der Zentrale der Oregon Historical Society ausgestellt und zu bewundern.

Mit gerade mal 800 Einwohnern um 1850 stand Portland lange Jahre im Schatten der damaligen Hauptstadt Oregon City. Die günstige Lage Portlands, die Verbindung durch den Willamette und Columbia River zum Pazifik und die Great Plank Road zum Tualatin Valley (einer Gegend reich an Farmbetrieben), machten Portland als Hafenstadt groß. Bis in die 90er Jahre des 19. Jh. besaß Portlands Hafen die Vormachtstellung vor anderen Seehäfen, welche es jedoch mit Ausbau der Eisenbahnverbindung zum Tiefseewasser-Hafen von Seattle dann nach und nach verlor. Das „Shanghaien“, die gewaltsame Rekrutierung von Seeleuten, fand damals in Portland genauso statt wie in anderen Häfen entlang der Westküste der USA. Ein eigentlich zu legalen Zwecken angeletes Tunnelsystem, welches sich quer über mehrere Häuserblöcke der Stadt erstreckt, geriet deshalb in Verruf als Shanghai-Tunnel für Entführungen genutzt zu werden. Lies mehr…

Verfasst von: Martin | 27. Mai 2009

WOC Teil 2: New Haven, Connecticut

Der große Wohnort-Check

New Haven, CT - City Flag

New Haven, CT - City Flag

Bevor Europäer sich hier nieder ließen war New Haven das Land der Quinnipiac-Indianer, die den natürlichen Hafen zur Fischerei nutzten und vom Maisanbau lebten. Im April 1638 verließen 500 Puritaner die Massachssetts Bay Colony und ließen sich hier in der Hoffnung nieder, mit einer eigenen Kollonie eine bessere theologische Gemeinschaft zu gründen, als sie sie in Massachusetts hatten, und den Hafen für Handelszwecke nutzen zu können. Die Quinnipiacs, die zu jener Zeit unter Angriffen der Pequot-Indianer standen, verkauften ihr Land an die Siedler im Tausch gegen Schutz.

Etwa ein Jahr später wurden acht Straßen in einem Netz aus vier mal vier Straßen angelegt, was heute als „Nine Square Plan“ bekannt ist. Dieser Nine Square Plan wurde für ettliche andere Städte zum Vorbild und ist ein National Historic Planning Landmark. Das 65.000 Quadratmeter große zentrale Quadrat ist das „New Haven Green“, heute das Zentrum von Downtown New Haven.

1646 ereignete sich dann für die Kolonie das erste große wirtschaftliche Desaster. Wirtschaftlich aufstrebend und an Bedeutung gewinnend schickten die Kolonisten ein Schiff mit lokalen Gütern nach England, das dort aber nie ankam, was dazu führte, dass New Haven einen großen Teil seines wirtschaftlichen Ansehens als „zu unsicher“ an die aufstrebenden Kolonien Boston und New Amsterdam verlor.

1664 wurde New Haven dann durch den Druck der britischen Krone dazu gezwungen, seinen selbständigen Status aufzugeben und der Kolonie Connecticut beizutreten. Einige behaupten, das sei als Strafe zu verstehen, weil New Haven drei Jahre zuvor zwei britischen Richtern, Colonel Edward Whalley und Colonel William Goffe, zuflucht gewährte, die den Hinrichtungsbefehl König Charles I. unterzeichnet hatten und deshalb von König Charles II. verfolgt wurden. Tatsächlich aber wollte sich Connecticut mit dem Beitritt New Havens die eigene Stellung bei der Übernahme von New Amsterdam, dem späteren New Work, stärken.

Während der Amerikanischen Revolution wurde das etwa 3500 Einwohner zählende New Haven von britischen Truppen besetzt, aber im Gegensatz zu Danbury, Fairfield und Norwald nicht niedergebrannt, weshalb viele Colonialbauten heute noch erhalten sind.

Den ersten echten wirtschaftlichen Erfolg erarbeitete sich New Haven dann im späten 18. Jahrhundert, als Eli Whitney, ein ehemaliger Student der ortsansässigen Yale University, mit der Erfindung des Cotton Gin zu Wohlstand kam und im Norden der Stadt eine Waffenfabrik aufbaute. Seine Firma, und die des Kupferverarbeiters Simeon Noth, trugen dazu bei, dass das frühe Connecticut zu einer machtvollen Industriegegend wurde. Es entstanden so viele Waffenschmieden, dass der Staat bald als die Waffenkammer Amerikas bekannt wurde. Es war auch Whitneys Waffenschmiede, in der Samuel Colt 1836 den automatischen Revolver erfand. Der Sezessionskrieg schob die lokale Wirtschaft dann durch Kriegsanschaffungen weiter an. Lies mehr…

Verfasst von: Martin | 23. Mai 2009

Star Trek: Zurück auf Anfang

Star Trek

Heute, aus gegebenem Anlass, kommt ein kleiner Eintrag zu einem Thema, das mit unserer Auswanderung so gar nichts zu tun hat: Star Trek. – Und bitte, liebe Nicht-Fans, lest diesen Artikel trotzdem. Es könnte sich eventuell lohnen.

Man könnte sagen, dass es J. J. Abrams zur Zeit recht gut hat. Der Mann hat als Produzent seine Finger in den erfolgreichsten Hollywood-Produktionen wie Lost, Alias, Cloverfield oder Mission Impossible 3. Und nun wurde er gefragt ein Projekt zu übernehmen, das bei Paramount Pictures seit Jahrzehnten nur als „The Franchise“ bekannt ist. Er hat es übernommen und auf die schwierigste nur irgendwie mögliche Art umgesetzt.

Nicht-Trekkies, bitte verzeiht mir die folgenden zwei Paragraphen an Daten und Fachgesimpel.

Seit 1965, also seit fast viereinhalb Jahrzehnten, hat die Star Trek-Story gigantische Ausmaße angenommen. Sie hat die originale Crew von den kleinen auf den großen Schirm gebracht, wurde in Star Trek – The Next Generation an eine komplett neue Crew übergeben, wurde dann auf einer Raumstation und anderen Schiffen weiter erzählt (Deep Space 9 und die unterbewertete Voyager) und ging mit der kurzlebigen Serie Enterprise sogar bis zurück zu den Anfängen der Föderation.

Die unmögliche Aufgabe, die sich kein Mensch im Besitz seines vollen Verstandes aufgehalst hätte, war nun die originale Crew aus den 60ern neu zusammen zu stellen – darunter einige der wohl kultigsten Sci-Fi-Ikonen überhaupt – und völlig neu anzufangen. Irrsinn. Unsinn. Unmöglich. Aber wenn es eine Sache ist, die Abrams mit dem Film zeigt, dann die, dass nichts unmöglich ist. Er hat sich getraut, die Crew neu zu besetzen und das Franchise ganz neu zu beginnen. Es gibt sicherlich tausende Wege, das „junge Star Trek“ falsch zu machen, und er hat alles richtig gemacht.

Ich mag es nicht, Details aus der Story zu erzählen, also lasse ich es. Nur so viel sei gesagt: Der Film erzählt die Geschichte der originalen Enterprise-Crew von Kirks Geburt und Spocks Kindheit an über den Jungfernflug der Enterprise und seiner neuen Crew hin zum Höhepunkt im Kampf mit Eric Bana als bösen romulanischen Buben Nero, der die Erde zerstören will, blablabla.

Das Script ist flott, intelligent und witzig wo es sein soll, die Schauspieler jung und sexy, passen sich gut in alles ein und bieten exakt die richtige Menge an Anlehnungen an die alten Versionen ihrer selbst, die wir alle so gut kennen, ohne in eine Parodie abzurutschen. Keine Überraschung ist es, dass Zachary Quinto mit seiner Performance allen die Show stielt, ganz so wie er es auch als Sylar in der Serie Heroes schafft. Sein Spock entspricht erschreckend dem von Leonard Nimoy und er kombiniert genau die richtige Menge an vulkanischer Kühle und halb-menschlichem Feuer, wenn er an genau den richtigen Stellen die Augenbraue hoch zieht um immer eine Ohrenspitze weit über allen anderen um ihm herum zu stehen.

Für die Fans gibt es jede Menge Hinweise auf die Vergangenheit (ein Tribble, das rot-uniformierte Crewmitglied mit Namen stirbt auf der Aussenmission, Captain Christopher Pike ist der ursprüngliche Captain auf der Enterprise bevor Shatner damals übernommen hatte, und so weiter), aber davon lässt sich Abrams dennoch in keinster Weise einschränken. Das hier ist eine völlig neue Story, und durch ein klug geschriebenes Drehbuch befreit er sich von allen Regeln und Geschichtssträngen, die über die vergangenen viereinhalb Jahrzehnte aufgebaut wurden. Er kreiert ganz neue Computeroberflächen und Designs, schmeisst gewohnte Beziehungsmuster zwischen den wichtigsten Crewmitgleidern über den Haufen, die Schiffe werden nun nicht im Raumdock sondern den Iowa Flats gebaut, eine Bar sieht verdächtig stark nach einer aus dem 20. Jahrhundert aus, bastelt sich völlig neue, jedoch logische und stimmige Hintergrundgeschichten zusammen und benutzt Michael Giacchinos packenden Soundtrack um den Zuschauer während seinen actiongeladenen Schlachten im All regelrecht in die Sitze zu prügeln.

Um ganz ehrlich zu sein, als absolut eingefleischter Star Trek-Fan hatte ich wirklich so meine Bedenken und Sorgen, als ich in die Vorstellung ging. Die Szenen, die man vorher in den Trailern gesehen hatte, waren gut. Aber das war keine Garantie dafür, dass das ganze Ding sich gut zusammenfügt und auch noch einen Sinn ergibt. Wer Abrams Mission Impossible 3 gesehen hat, versteht diese Sorgen. Ich ging jedenfalls mit gemischten Gefühlen und der unguten Vorahnung mit Lisa in die Vorstellung, dass sich an diesem Tag das Franchise selbst vernichten würde. Jedoch kamen wir beide mit nur einer einzigen Frage wieder aus dem Saal heraus: „Könnten wir die Fortsetzung bitte jetzt schon sehen?“ Man muss keine der Serien und keinen der vorherigen Filme gesehen haben um diesen Film als einen der unterhaltsamsten und besten von 2009 zu empfinden. Lisa wird das bestätigen können.

Neuanfänge sind verflucht schwer. Für jeden Batman Begins liegen eine Menge Superman Returns und Casino Royales halbtot am Strassenrand. Star Trek fällt ohne Zweifel in die erste Kategorie. Und nicht nur das, hat es doch nun das Potential, aus seinem Kreis eingefleischter Sci-Fi-Fans herauszubrechen und als Action-Streifen ganz neue Zuschauerschaften zu erschliessen.

J. J. Abrams hat sich dem Kobayashi Maru-Test gestellt und ihn nicht nur bestanden, sondern hat sich auch seine ganz eigene Auszeichnung für originelles Denken verdient.

Er hat ein beinahe heiliges Stück Pop-Kultur genommen und etwas völlig Neues daraus gemacht, das absolut am Puls der Zeit ist, modern und fesselnd, und hat dabei Dinge intakt gelassen, die vielen Leuten seit Mitte der 60er Jahre ans Herz gewachsen sind.

Das Franchise ist wirklich neu geboren.

Verfasst von: Martin | 20. April 2009

WOC Teil 1: San Francisco, California

Der große Wohnort-Check

San Francisco City Flag

San Francisco City Flag

1776 gründete eine Gruppe spanischer Siedeler am Golden Gate eine Mission zu Ehren von Franz von Assisi. Der kalifornische Goldrausch versetzte die kleine Siedlung ab 1848 dann in eine lange Periode stetigen Wachstums und so wurde die Stadt zur damals größten Metropole an der amerikanischen Westküste, weit größer und einflussreicher als Los Angeles. Nachdem San Francisco dann am 18. April 1906 in den frühen Morgenstunden (Ja, vor zwei Tagen war der 103. Jahrestag.) von einem starken Beben und den anschließemd wütenden Feuern fast völlig vernichtet wurde, wurde sie sofort und in nur wenigen Jahren wieder aufgebaut und richtete nur neun Jahre später die Panama-Pacific International Expedition aus, für die im heutigen Marina District auf beinahe drei Quadratkilometern Fläche ein riesiges Ausstellungsgelände mit der Architektur vieler Länder dieser Welt errichtet wurde. Mit dieser Expo wurde zwar vordergründig die Fertigstellung des Panama-Kanals gefeiert, wurde aber von den Bewohnern der Stadt auch als Chance gesehen, zu beweisen, dass man sich nicht unterkriegen lässt und bereits wieder in alter Pracht strahlen kann. Daher kommt auch die Flagge der Stadt: Der Phoenix, der aus dem Feuer und der Asche steigt. Diese Grundeinstellung ist heute noch in der Stadt zu spüren, dass man alles überstehen und erreichen kann, wenn man sich nur genug bemüht.

Die vielen asiatischen, mexikanischen und kaukasischen Einwanderer sorgten über die Jahre für ein kulturell vielseitiges Klima, das vor allem von gegenseitiger Akzeptanz geprägt ist. Das führte dann später auch zum Summer of Love und zur Hippie-Bewegung, die von San Francisco aus in die restliche westliche Welt schwappte und ihren Wunsch nach Frieden und gegenseitig akzeptierter Vieseitigkeit in die Welt trug. In den neunziger Jahren war San Francisco die Heimat des Dot-Com-Booms und ist bis heute eine der großen weltweit wichtigen Technologie-Standorte. Lies mehr…

Verfasst von: Martin | 19. April 2009

Neue Serie: Der große Wohnort-Check

Der große Wohnort-Check

In loser Reihenfolge erscheint hier künftig eine kleine Serie: Der große Wohnort-Check, kurz WOC.

In dieser Serie werden Lisa und ich ein paar Dinge zu den potentiellen Wohnorten schreiben, die wir uns ausgesucht haben.

Da werden das Klima geprüft, die Arbeitslosenquote, die Qualität der Schulen, die Lebensqualität, die Mietpreise, und so weiter.

Am Ende dieser Serie soll dann eine Übersicht entstehen, wie das Leben an welchem Ort sein könnte.

Erleben Sie also hier den Auswahlprozess, fiebern Sie mit bei den Pros und Contras – und seien Sie vielleicht auch live dabei, wenn hier in Zukunft die goße Entscheidung fällt, wo in etwa einem Jahr die heimatsuchenden Wurzeln verbuddelt werden sollen.

Die Serie beginnt demnächst mit, natürlich, San Francisco, California. In Folge 2 folgt dann vermutlich Portland, Oregon.

Index:
Teil 1 – San Francisco, California
Teil 2 – New Haven, Connecticut
Teil 3 – Portland, Oregon
Teil 4 – New York City, New York

Verfasst von: Lisa | 17. April 2009

…by the dawn’s early light…

Es ist 8 Uhr morgens, der Wecker klingelt. So schnell war mein Schatz schon lange nicht mehr aus dem Bett gesprungen ;) Da ich allerdings die letzten paar Tage um 6:30 bzw. um 7 Uhr hatte aufstehen müssen, durfte ich noch etwas liegen bleiben.

Warum aber die Eile? Um den Postboten abzufangen, schließlich erwarteten wir Post. Wichtige Post.

Nach einer halben Stunde trieb es dann auch mich aus dem Bett, ein bisschen gedöst hatte ich noch, aber nun war es auch genug. Außerdem war ich gespannt, ob der Briefträger mal klingeln würde, oder direkt, ohne nachzuschauen ob jemand zu Hause ist, einen Zettel mit Benachrichtigung über einen abzuholenden Brief in den Briefkasten werfen würde. An dieser Stelle möchte ich anmerken, dass dieser Vermutung keine willkürliche Boshaftigkeit meinerseits zugrundeliegt, sondern lediglich Tatsachen. Denn genau das ist uns schön häufiger passiert. Man findet einen Zettel vor, dass man bitte irgendein Paket o.Ä. bei der Poststelle abholen soll. Und man steht da und fragt sich in welchem Zeitkontinuum sich der Postbote befindet, schließlich war man die ganze Zeit anwesend wonder

Aber ich entferne mich gerade vom Thema. DENN…

Wir haben unsere Reisepässe wieder, und die haben einen tollen Aufkleber, auch gerne mal Visum flag genannt *froi* *Konfetti wirf* celebrate

Zu unseren Reisepässen bekamen wir auch noch zwei versiegelte Umschläge mit unseren Dokumenten, die wir dann dem Grenzbeamten bei der Einreise unversehrt übergeben müssen. Und wenn das Blatt hinten abfällt ist das Visum ungültig. Ja, so schnell kann’s gehen. Vor dem 13. Oktober müssen wir eingereist sein, ansonsten verfällt das Visum automatisch. Also: bald Flüge buchen!

Verfasst von: Martin | 15. April 2009

We want your opinion!

We want your opinion!

We want your opinion!

Lisa und ich sind zur Zeit immer wieder mal nebenher dabei, uns eine kleine Liste an Alternativen zu San Fran zusammen zu stellen, sollte es uns (aus welchen Gründen auch immer) woanders hin wehen.

Deshalb hier ein kurzer aber klarer Aufruf/Befehl: In den Kommentaren bitte Ideen abliefern, wo es sonst noch schön und lebenswert ist.

Die einzigen No-Go-Areas sind die Südstaaten, NYC, Chicago und Detroit.

Jeder Beitrag und jeder Vorschlag zählt. Es könnte deine Idee gewesen sein, die über unsere Zukunft und unseren Lebensraum entscheidet! Wenn ich in in zwei Jahren in San Fran von einem Bus überfahren werde, dann könnte das auch deine Schuld sein, denn dein Vorschlag hätte mich in eine ganz andere Stadt bringen können. Also los. Schreiben, schreiben, schreiben.

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